"Hier kommt also der Neurotiker ... Er betritt das Sprechzimmer, verschämt
oder unverschämt, schüchtern oder keck, mit schlurfenden Füßen oder betont
munterem Gang. Ihm erscheint der Therapeut wahrscheinlich als ein Paar
Ohren ohne Körper oder als ein Märchengott, der nur mit seinem magischen
Fächer wedeln muß, um das Tier in einen schönen Jüngling mit wohlgebildeten
Zügen, großgewachsen, mit Geld und Charme im Überfluß gesegnet, zu
verwandeln. Es kann auch sein, daß er den Verdacht hat, der Therapeut sei nur
ein Betrüger und Scharlatan, daß er ihm aber aus Verzweiflung oder guten
Willen eine kurze Chance geben will.
Welche Phantasien auch immer dem Patienten durch seinen Kopf schwirren,
wenn er kommt, welche Erscheinung auch immer er bietet, er kommt zur
Behandlung, weil er fühlt, daß er in einer existentiellen Krise ist - d.h., er fühlt,
daß die psychischen Bedürfnisse, mit denen er sich identifiziert hat und die für
ihn so lebenswichtig sind wie das Atmen, durch seinen jetzigen Lebensmodus
nicht befriedigt werden können ... Wie auch immer die existentiellen Bedürfnisse
beschaffen sein mögen, die Tatsache, daß der Patient zur Therapie kommt, ist
sein Eingeständis, daß sie zu kurz kommen ..."
(Fritz Perls)
Ausgangspunkt von Gestaltherapie ist immer wieder herauszufinden,
welche konkreten Bedürfnisse hinter Ihren Symptomen
und Unzufriedenheiten stehen. Denn Symptome und
Unzufriedenheiten sind meist Ausdruck der Tatsache, daß Sie
sich Ihr Leben so einrichten, daß Sie nicht bekommen, was Sie
brauchen.
Im Verlauf der Therapie entdecken Sie mehr und mehr Ihre
eigenen Ressourcen und Potentiale und nehmen auf dieser
Grundlage Ihr Leben zunehmend mehr in Ihre eigenen Hände.
Insbesondere lernen Sie, sich lebendig zu fühlen und klar und
deutlich Ihre Bedürfnisse zu spüren. Und Sie lernen, Möglichkeiten
und Wege für deren Erfüllung zu finden, besonders in
Beziehung zu anderen Menschen. Nach und nach werden Sie
fähig, Ihre Beziehungsgestaltung derart zu verändern, daß Sie
zufrieden werden.
Gestaltherapie ist Auseinandersetzung und Arbeit mit sich
selbst. Sie erfordert Ihr persönliches Engagement über einen
längeren Zeitraum.
Gestaltherapie ist ein intensiver Erlebensprozeß. In seinem
Verlauf durchleben Sie auch Unangenehmes und Schmerzliches.
Mit dem Fortschreiten Ihrer persönlichen Entwicklung
erfahren Sie jedoch auch immer häufiger Lebendigkeit,
Freude, Glück und letztendlich Zufriedenheit in Ihrem Leben.
Wir führen Gestaltherapie in unterschiedlichen Formen durch,
als Einzeltherapie, als Paartherapie, als Gruppentherapie, und
bei verschiedenen Indikationen wie: Unzufriedenheiten,
persönlichen Lebenskrisen, frustrierenden sozialen Beziehungen,
Partnerproblemen, psychisch erlebtem Leiden (Neurosen,
z.B. Depressionen, Ängste, und Persönlichkeitsstörungen),
körperlich empfundenen Beschwerden (psychosomatischen
Störungen), Alkohol- und Drogenabhängigkeiten (Suchtkrankheiten).
Wenn Sie an einer persönlichen Beratung oder Gestaltherapie
interessiert sind, rufen Sie einfach an und vereinbaren einen
Termin für ein Informationsgespräch. In diesem Gespräch
können Sie uns Ihr Anliegen in Ruhe schildern, und wir
beantworten Ihre Fragen hinsichtlich therapeutischer Möglichkeiten
und auch in Bezug auf Zeiten und Kosten. Eine Übernahme der Kosten
für Gestalttherapie durch ihre Krankenversicherung ist derzeit nicht
möglich. Sofern Sie an
körperlichen Erkrankungen leiden - seien diese nun psychosomatisch
bedingt oder nicht - lassen Sie deren medizinischen
Befund zuvor durch einen Arzt feststellen.
"Wenn ein Bedürfnis, eine unvollendete Situation auftaucht, werden wir durch
dieses auftauchende Bedürfnis geleitet und müssen mit der Welt in Berührung
kommen, um dieses Bedürfnis zu befriedigen. Wir gebrauchen unsere Sinne,
um zu beobachten, um zu sehen, was abläuft. Die Welt tut sich uns auf. Diese
Fähigkeit des Sehens ist Gesundheit. Demgegenüber kann der Neurotiker als
ein Mensch definiert werden, der das Offensichtliche nicht sehen kann, wie in
dem Märchen von Andersen, in dem nur das Kind auf das Offensichtliche
hinweist: - daß der Kaiser nackt ist."
(Fritz Perls)
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